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Zur Geschichte der Osterbrunnen

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Vor der Einrichtung der uns heute so selbstverständlichen, zentralen Wasserversorgung legte die Bevölkerung in den Dörfern der Region Zisternen an, um das kostbare Nass aufzufangen. Aufgrund der besonderen geologischen Verhältnisse des fränkischen Juras mit seinen tiefen Tälern und lang gestreckten Höhen lagen die natürlichen, spärlichen Sammelstellen für das Wasser immer am Grund des Tales. Hier sprudelten die Quellen, von hier musste das Wasser mühsam in die Höhe geschafft werden. Mancherorts wurden auch bis zu hundert Meter tiefe Stollen gegraben, um an das Grundwasser zu gelangen. Diese enorm aufwendigen Brunnen schützte man mit einem Brunnenhaus.

Eine zeitliche Fixierung des Osterbrunnenschmückens ist nicht genau möglich. Mündliche Überlieferungen datieren den Brauch auf den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Beispielsweise in Aufseß schmückte man um 1909 den ersten Osterbrunnen, in Engelhardsberg begann dieser Brauch nachweislich 1913. Anfang der 50er Jahre setzte der Rückgang dieses Brauches ein, vermutlich aufgrund der nun überall installierten zentralen Wasserversorgung. In Folge der in den 80er Jahren neu erwachten Heimat- und Brauchtumspflege erfuhr das Osterbrunnenschmücken eine intensive Neubelebung.

Das Schmücken des Osterbrunnens beginnt zunächst mit dem Säubern der Anlage, dem so genannten "Brunnen fegen". Übten diese Tätigkeit früher die jungen Burschen aus, so tun dies heute entweder die den Brunnen schmückenden Frauen oder deren Ehemänner, manchmal im Verein organisiert. Danach wird die Anlage geschmückt, im Volksmund spricht man dabei vom "Brunnen putzen". Als Schmuck dienen ausgeblasene und das Jahr über gesammelte Eierschalen, die einfarbig oder auch künstlerisch bemalt und verziert sind. Zum Schmuck gehören weiterhin einzelne oder büschelweise gebundene Papierbänder, die so genannten "Pensala", und Girlanden aus Fichtenzweigen, die um etwaige vorhandene Brunnentröge gewunden oder zu Gerüsten und Kronen geflochten werden. In vielen Orten ziert zusätzlich echter Blumenschmuck die Osterbrunnenanlage.

Ein "durchschnittlicher" Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz umfasst etwa 80 laufende Meter Girlandenschmuck (aus Fichtenzweigen gebundene Bögen) und 1800- 2000 bemalten Eierschalen. Mindestens einen Tag (je nachdem wie viele Menschen mithelfen) dauert es, die Girlanden zu binden (etwa 20 cm lange Fichtenzweige werden mit Draht um eine Eisenstange gebunden), einen halben Tag dauert das Aufstellen des Gerüstes, einen Tag dauert das Schmücken der Girlanden mit den vorher in zahllosen Stunden handbemalten Eierschalen heimischer Hühner. Dazu kommt vielfach noch umfangreicher Blumenschmuck. Das Bemalen einer Eierschale dauert in der Regel mindestens zwischen ein und zwei Stunden. Die ausgeblasene Eierschale wird mit Essig gereinigt, danach wird das Motiv mit Bleistift vorgezeichnet, anschließend bemalt und mit Haltestab (zum Stecken) oder Fäden zum Aufhängen versehen, danach wird die Eierschale mit einem wetterfestem Lack versiegelt.

Text: Tourismuszentrale Fränkische Schweiz