Haus des Gastes
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Sagen & Legenden

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Schon immer haben Sagen und Legenden die Menschen bewegt. In der Sage wurde die Erinnerung an geschichtliche Zustände, Persönlichkeiten, im Dunkel liegende Taten im Volk von Mund zu Mund weitergegeben und zu vollständigen Erzählungen ergänzt. Das Wunderbare und Übernatürliche steht dabei stets im Mittelpunkt. 

Das Gnadenbild

Das Gnadenbild in der Wallfahrtskirche Gößweinstein war ursprünglich eine Darstellung der Krönung Mariens und befand sich ehemals in der Marienkapelle des damaligen Wallfahrtsortes Hüll bei Betzenstein, denn Hüll war einmal eine Frühmessnerei der Pfarrei Gößweinstein. In der Reformation wurden die Bilder beseitigt. Nach verschiedenen Umwegen sollte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts das Bild nach Bamberg verbracht werden.

Als man mit dem Fuhrwerk bei der alten Wallfahrtskirche ankam, blieben die Ochsen stehen und wollten nicht mehr ziehen. Man spannte ein zweites Paar vor. Aber der Wagen rührte sich nicht von der Stelle. Auch ein weiterer Vorspann half nichts. Da erkannte man, dass ein höherer Wille das Bild nicht in Bamberg, sondern in Gößweinstein aufgestellt haben wollte. Ein Herr von Trischeldorf (in Wirklichkeit einer der in Gößweinstein residierenden Familie von Königsfeld, die in ihrem Wappen zwei gekreuzte Drischeln oder Dreschflegel führte) nahm sich um die Sache an und erwirkte die Erhebung der Schnitzgruppe der Krönung Mariens zum Gnadenbild auf den Hochaltar anstelle eines älteren, weil es offensichtlich Gottes Wille war.

Man ersetzte noch die fehlende Taube des Heiligen Geistes. So gelangte die von unzähligen Tausenden frommer Wallfahrer verehrte Gnadenbildgruppe nach langen Irrfahren von Hüll nach Gößweinstein.

Helldörfer, L.: Gößweinstein. Gößweinstein 1974.

Wie die Marienkapelle zu Gößweinstein entstand*

Hinter der Gößweinsteiner Wallfahrtskirche breitet sich der Gottesacker aus, dessen Südseite zum Teil die Marienkapelle, gewöhnlich Klosterkirche genannt, begrenzt. An ihrer Stelle erhoben sich zu Anfang des 16. Jahrhunderts zwei alte Scheunen. Den Raum zwischen beiden deckten Schlehensträucher und Fliederstauden. Nun ereignete es sich öfter, dass, besonders im Marienmonat Mai, zu abendlicher Stunde diese und jene Personen aus dem Blütengebüsch ein Lichtlein funkeln sahen und beim Nähertreten eine liebliche Musik vernahmen, gleich zarten Engelsstimmen und sanft verhauchenden Harfenklängen. Über dieses seltsame Geschehnis meldet die Überlieferung, zwei bejahrte Männer von Gößweinstein und Türkelstein hätten sich oftmals dahin geäußert, an der Stelle der neuen Kapelle seien einst zwei Scheunen und zwischen diesen ein Dornbusch gestanden. Von dem aus habe man häufig bei Nacht eine unbekannte Musik vernommen. Eine andere alte Notiz sagt: „Von alten frommen ehrsamen Männern wird erzehlet, auch ist von deren Großeltern schriftlich hinterlassen worden, dass vor Erbauung dieser Kirchen, auf dem Platz, wo sie nun stehet, ein englisches Gesang ein- und andermalen gehört worden seye.“ Diese Zeichen sollen den Fürstbischof Johann Georg Fuchs von Dornheim veranlasst haben, hier im Jahre 1631 an der Stelle der Scheunen eine Kapelle errichten zu lassen.

* Im Pfarrarchiv befindet sich eine Notiz des Inhalts, dass nach einer alten Aufzeichnung an der Stelle der Marienkapelle vor vielen Jahrhunderten eine Kapelle gestanden haben soll, die noch älter als die alte Wallfahrtskirche war. Es könnte sich dabei nur um die von Gozwin außerhalb der Burg errichteten Burgkapelle St. Maria handeln. Sie müsste im Hussitenkrieg oder früher zerstört worden sein.

Helldörfer, L.: Gößweinstein. Gößweinstein 1974.

Das wundertätige Bergkreuz

Auf dem höchsten Berggipfel Gößweinsteins im Osten ist ein schönes Holzkreuz errichtet. Man hat von hier aus eine ganz prachtvolle Aussicht über Schloss, Kloster, Kirche und den Marktflecken Gößweinstein, auch auf das über dem Tal liegende Schloss Kohlstein und die erstarrten Wellen der umliegenden Höhen. Die Wallfahrer, die den Kreuzberg besteigen, haben die Meinung, ein Splitter von dem Holzklotz vertreibe die Zahnschmerzen. Er wird mit Messern so sehr bearbeitet, dass er wiederholt schon dem Einsturz nahe war und mehrfach erneuert werden musste. Über die Entstehung dieses wundersamen Kreuzes erzählt die Sage:

Im 30jährigen Krieg wurde ein Bauersmann von vier Schweden verfolgt. Er flüchtete eben auf diesen höchsten Gipfel. Als er die blutgierigen Soldaten schon aus nächster Nähe mit gezücktem Säbel auf sich zukommen und den sicheren Tod vor Augen sah, besann er sich nicht lange. Um den entmenschten Landsknechten zu entgehen, sprang er in seiner Verzweiflung hinab in die grausige Tiefe. Es war, o Wunder, kein Todessturz. Er fiel auf das Strohdach eines Bauernhäuschens, brach durch und stürzte auf den Boden, raffte sich wieder auf und entfloh in den nahen Wald. So entkam er glücklich seinen Verfolgern. Später errichtete er am Orte seiner gnädigen Bewahrung und wundersamen Errettung ein kleines Holzkreuz. Wieder später wurde stattdessen ein großes Holzkreuz errichtet.

Der Fränkische Schatzgräber: Forchheimer Tagblatt. Forchheim 1931.

Das Elisabethenwasser

Der Weg von der Marienkapelle in Gößweinstein hinauf zum Kreuzberg führt nach einer der ersten Stationen an einer Steinhöhle vorbei, die mit einem Eisengitter leicht abgesperrt ist. Im Inneren der Höhle erblickt man eine Statue der heiligen Elisabeth und einen tafelartigen Stein mit einer tellerartigen Öffnung, die beständig mit Wasser gefüllt ist. Es ist sonderbar, dass sich dieses Wasserbecken, so oft es auch ausgeschöpft wird, wieder füllt, obgleich niemand den Zufluss zu diesem Becken erklären kann. Das Wasser gilt als heilkräftig für Augenleidende.

Der Fränkische Schatzgräber: Forchheimer Tagblatt. Forchheim 1931.

Wie der Gozwinsteiner gegen den Sachsen Groß kämpfte

Es kämpften die von Gozwinstein
bei Sonnenbrand und Mondenschein
mit Frankenstolz und Frankenmut
und hielten den Berg und die Burg in Hut
und spähten nach den Sachsen runter.
Es plagt sie der Hunger, es brannten die Wunden.
Zuweilen schickten sie einen Schuss
den kahlen Schädeln hinab zum Gruß,
die grinsten und schrien – und hatten Weile
und stürmten des Nachts mit grellem Geheule
und lagen des Tags wie Schlangen verkrochen
und renkten sich ein die zerschundenen Knochen.

Ihr Führer, von allen der „Groß“ genannt,
ob seiner Rauheit gefürchtet, bekannt,
der tat vom Fischer der Stempfermühlhütte,
ein leckeres Mahl sich erst nicht lang erbitten,
ließ Met sich bringen und hatte befohlen,
den Gozwinsteiner gefangen zu holen.

Der lag auf der Burg in gar großer Not;
denn sie hatten nicht Wein mehr, kein Fleisch und kein Brot.
Den Luginsland umkreisten die Krähen,
sie hielten Ausschau, um nachzuspähen,
ob nicht ein Wehrmann am Ende gar
mahlzeitfertig verhungert war.
Zuweilen kam eine ins Netz geflogen,
die wurde dann eilends herabgezogen,
geschlachtet, gerupft und gebraten am Rost,
sie gab den Belagerten spärliche Kost.
Doch wie im Brunnen das Wasser gar
mit einemmal vertrocknet war,
erhob sich der Herre von Gozwinstein
und sprach: „Nun muss jählings ein Ende sein;
hört, treue Mannen, was ich beschloss:
Ein Herold reitet hinab zum Groß
und meldet, dass ich ihn mit kräftiger Wehr
zu einem ehrlichen Kampf begehr!“
Da murrten die Mannen, doch er wehrte ab:
„Was soll´s? – Der Gozwinstein wird ja ein Grab
für uns, wenn am Hunger wir verderben.
„Nein, lieber verbluten und mannsehrlich sterben.“

Der Bote ging, und bald kam er wieder
und weinend schlug er die Augen nieder
„Der Groß lässet sagen, sollt Sieger er sein,
ist leibeigen ihm alles von Gozwinstein.“
Jedoch der Tapfere fürchtet sich nit,
er tut zum Himmel hinauf eine Bitt.
Und als die Sonne vom Morgen herschaut,
da ward´s im Schlsshof allmählich laut,
als den Nebel durchstach ihr frühroter Schein,
da knarrte die Brücke von Gozwinstein.
Der Burgherr ritt auf dem stattlichsten Ross,
er suchte den Sachsen, er brannt´ auf den Groß.
Der rieb sich unten am Stempferquell
seine rotgeschwollenen Augen hell.
Doch bei der heiligen Martinswand,
da sind die zwei aufeinandergerannt.

Hell leuchtete an den Felsen der Tag,
laut hallte der Wald von Hieb und von Schlag.
Der Gozwinsteiner, der schlug so wild,
da lag zerspellet dem Groß sein Schild.
Und der Sachse ward zitternd, kreidebleich,
und der andere sprach: „Lasst geben euch
einen neuen Schild!“ Darauf abermals klang
der Schlag der Waffen das Tal entlang,
und ehe sich´s der Große noch recht versah,
lag schon am Boden der Helm ihm da.
Der andere lachte: „Herr Groß nehmt neu
eine bessere Kopfwehr, ich schlug sie entwzei.“
Lauf riefen die Männer: „Heil Gozwinstein!“
Und jeder schlug wie ein Held darein.
Jäh fasste den Groß da eine Wut,
er schwang sein Schwert, und er schwang es gut,
doch versah sich der Gozwinsteiner nit viel,
des Sachsen Schwert war jetzo sein Ziel.
Und wie der Blitz traf jetzt der Held
des andern Stahl, dass er klirrend zerspellt.
Nun fiel auf den Boden der Sachse hin:
„Mächtig bist du, überwunden ich bin;
dein Gott hat dir diesen Sieg geschafft,
ich beuge mich demütig vor seiner Kraft.“
Er hielt wie ein Kreuz zum Himmel hinauf
von seinem Schwert den zerborstenen Knauf.
Hin fielen die Sachsen und knieten lang.
Die Franken erhoben den Dankesgesang,
und durch das liebliche Wiesenttal
klang mächtig wie Orgelsang ihr Chroal.

Doch bei dem einsamen Felsen allein,
da kniete der Sänger von Gozwinstein:
„Du Jungfrau Maria, du hast ihm gewehrt,
dir sei nun mein Panzer, mein Helm und mein Schwert
zum Danke gebracht. – Gebenedeit
bist unter den Frauen du allezeit!“

Dort, wo die Burg von dem Felsen schaut,
ward bald eine herrliche Kirche erbaut.
Vom Glockenstuhle läutet zumal
ein frommes Grüßen herab ins Tal.
Wie Engelssingen hör ich den Klang.

Das ist vom Gozwinsteine der Sang.

Fränkische Schweiz: Zeitschrif des Fränkische Schweiz Vereins. Ebermannstadt 1926.

Die drei Nymphen der Stempfermühlquellen

Der Herr auf dem hohen Gozwinstein feierte die Verlobung seiner einzigen Tochter mit einem angesehenen Grafen aus dem Steigerwald. Viele Gäste aus nah und fern waren geladen und erschienen. Nach der Abendtafel bewegte sich die Jugend, das schöne Brautpaar an der Spitze, bei Pfeifen- und Schalmeienklang frohgemut zum Tanze. Der Jubel klang von den Festräumen weit hinaus in die stille Nacht. Da traten ganz leise drei blendend schöne Mädchen in weißen Kleidern, verziert mit grünen Bändern, in den Saal. Sie trugen Kränze, aus Schilfblättern geflochten, auf dem Haupte. Die blonden Haare wallten gleich goldenen Mänteln über ihre Schultern, und die kleinen Füßchen staken in Schuhen aus meergrüner Seide. Es waren drei Nymphen, die drunten im Tal bei Mondenschein durch die geheimnisvoll murmelnden Quellen ihrem Reiche entstiegen und die Gesellschaft fröhlicher Menschen suchten. Die lustigen Musiktöne und die vielen frohen Stimmen lockten sie herauf zum Gozwinstein. Anmutig schlängelten die drei Schönen sich durch die Reihen der bewundernden Gäste. Nur zu gerne folgten sie strahlenden Auges der Aufforderung zum Tanze. Selbst die stolzen Edelfräulein machten diesmal eine Ausnahme, sahen mit Nachsicht auf die ungeladenen Mädchen und neideten nicht ihr kurzes Glück. So verrann Stunde um Stunde, und der Morgen nahte. Plötzlich hörte man, mitten in die Fröhlichkeit hinein, den ersten Hahnenschrei. Entsetzt fuhren die drei Jungfrauen empor und flohen, so schnell sie konnten. Nur ein Junker, der gerade neben der offenen Türe mit der jüngsten Zwiesprache hielt, vermochte schnellen Fußes zu folgen. Er sah alle drei den Berg hinabeilen und zu seinem großen Erstaunen in den glucksenden Quellen untertauchen und verschwinden. Als er hinzueilte und in den Wasserspiegel sah, wallte ein roter Blutstrom aus der Tiefe ihm entgegen. Die drei Nymphen waren, da nach dem ersten Hahnenschrei zurückgekommen, dem Brunnengesetze verfallen und mussten ohne Gnade den Tod erleiden.

Brückner, K.: Am Sagenborn der Fränkischen Schweiz. Band 1. Gößweinstein 1921.

Wie Graf Gozwin auf Gozwinstein zum Christentum bekehrt wurde

Der Burgbegründer Gozwin war ein einfriger Heide, der von seiner Väter Glauben nicht ablassen wollte, auch dann, als schon viele Standesgenossen auf den umliegenden Edelsitzen dem Christentume huldigten. Zu letzteren zählte der Herr auf Neideck. Er lebte mit Gozwin in freundnachbarlichen Verhältnissen und ließ kein Mittel unversucht, den sonst durch rechtschaffenen Mann und kühnen Recken von der Erhabenheit der christlichen Lehre zu überzeugen. Doch all seine Mühen wollten nicht die gewünschten Früchte tragen. Bei einem eigens hierzu unternommenen Besuche auf Gozwinstein redete der Neidecker dem Freunde wiederum eindringlichst zu, dem Heidentum zu entsagen und die christliche Lehr anzunehmen, von deren Wahrheit und Vortrefflichkeit er selbst sich mit jedem Tage mehr überzeugte. Doch der Gozwinsteiner blieb verstockt. Statt des ersehnten Begreifens verriet er maßlosen Zorn über die vermeintliche Zudringlichkeit, verbat sich jede weitere Einmischung in seiner Seelenangelegenheiten und warf dem Freunde, der es doch so gut gemeint, den Fehdehandschuh vor die Füße. Ruhig nahm der christliche Ritter die Herausforderung an, verabredete mit dem nunmehrigen Gegner Zeit und Ort des Zweikampfes und ritt mit seinem Knappen gesenkten Hauptes, im Herzen tiefes Weh ob der völligen Verkennung seiner Absicht, nach Hause. Höhnisch rief der Gozwinsteiner ihm nach, ganz gewiss der frömmste und eifrigste Christ zu werden, so er überwunden vor seines Gegners Füßen liege. Der Spötter glaubte sich um so mehr seines Sieges gewiss, als er von seltener Körperstärke und ein vorzüglicher Fechter war. Der Neidecker dagegen war nur von kleiner Gestalt und wegen seiner friedsamen Gemütsart im Zweikampf wenig geübt. Er hatte seither alle Streitigkeiten, soweit es sich mit seiner Ehre vertrug, ohne Blutvergießen beizulegen gesucht. Der für den Waffengang bestimmte Morgen graute. Pünktlich trafen sich die Gegner mit ihrem Gefolge am gewählten Ort. Mit allen in jener Zeit gebräuchlichen Feierlichkeiten begann der Kampf. Doch welch ein Wunder! Kaum hatte das christliche Schwert mit dem heidnischen sich gekreuzt, da stand der riesenstarke Gozwin, wie von einer höheren Macht berührt, ohne im Geringsten verletzt zu werden, erstarrt vor seinem Gegner. Er fühlte sich plötzlich aller Kraft und allen Mutes verlustig, ließ sein Schwert sinken und erklärte sich außerstande, den Kampf fortzusetzen. Dann warf er die Waffe weg, umarmte seinen Gegner und gelobte ihm bei seiner Ritterehre, den christlichen Glauben anzunehmen, der ihn so sichtbar besiegt habe. Und Graf Gozwin hielt Wort. Bald empfing er die Taufe. Zum Gedächtnisse seiner wunderbaren Bekehrung erbaute der von der Wahrheit der christlichen Lehre Überzeugte zu Füßen der Burg eine Kapelle und legte auch den Grund zu dem Flecken, der heute noch so deutlich an seinen Namen erinnert.

Brückner, K.: Am Sagenborn der Fränkischen Schweiz. Neue Folge. Gößweinstein 1929.

Die Schmalzkübel

Im Jahre 1746 zerstörte den größten Teil Gößweinsteins eine Feuersbrunft, die am 5. August gegen die Mittagsstunde am Westausgang des Ortes auskam. Nach einigen Stunden waren 53 Wohnhäuser, Pfarr-, Schul- und Mesnergebäude sowie Türme und Dach der Wallfahrtskirche dem furchtbaren Elemente zum Opfer gefallen. Von nah und fern waren unzählige Menschen hilfsbereit herbeigeeilt. Nach den anstrengenden Rettungsarbeiten „löschten“ die Männer in den verschont gebliebenen Wirtshäusern „ihren Durst“. Da kam ein Bösenbirkiger in die „Krone“ und meldete, die Leute draußen sagen, der Brand sei durch brennendes Schmalz ausgekommen. „Dass ich net lach,“ erwiderte ein Sachsendorfer. „A solchs Feuer und Schmalz! Da wär´n ja zwanzig Kübel voll nöti´ g´wesen.“ Ein Neidnickel von etwas weiter her fing die Rede auf und meinte: „Dös is scho mögli´. Die Gößamastaner sitz´n ja förmi´im Schmalz, scho´von weg´n ihrer Wallfahrt. A so a Einnahm´ jährli´. Die können´s scho kübelweis´ hob´n, während´s wo an´ers gar oft net zum Einnbrenni´ langt!“ …Damit war der Diskurs über die Brandursache beendet, aber auch der Spitzname der „Gößamastaner“ geprägt. Sie hatten zum Unglück noch den Spott und heißen von diesem Tage an, insonderheit bei ihren östlichen Nachbarn, „die Schmalzkübel“.