Haus des Gastes
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Geschichte der Wallfahrt

Wallfahrt in Gößweinstein

Gößweinstein ist ein Wallfahrtsort von großer Bedeutung, und eine der schönsten Stätten in der Fränkischen Schweiz. Der Ort verdankt seine Entstehung der gleichnamigen, 1076 erstmals urkundlich erwähnten, Felsenburg. Vermutlich wurde bereits im 11. Jahrhundert eine Kapelle durch die Burgherren außerhalb der Burganlage errichtet. Um 1240 soll Eberhard II. von Schlüsselberg, ein Vertreter eines zu dieser Zeit bedeutenden Adelsgeschlechts, die erste Pfarrkirche an der Stelle der heutigen Basilika erbaut haben. Jedenfalls existierte 1308 ein Gotteshaus, das Gottfried von Schlüsselberg in seinem Testament bedachte. Die Pfarrei Gößweinstein wurde 1361 dem Archidiakonat Hollfeld einverleibt und erhielt genau 100 Jahre später ihre Selbständigkeit zurück.

Seit der Gründung der Kirche durch die Schlüsselberger wurde das Gotteshaus mit zahlreichen Schenkungen bedacht, vor allem von den in der Umgebung ansässigen edelfreien Geschlechtern; dazu zählen die Familien derer von Groß von und zu Trockau, Wichsenstein und Königsfeld.

Die Anfänge der Wallfahrt liegen im Dunkeln. Aufgrund fehlender schriftlicher und mündlicher Überlieferungen ist anzunehmen, dass die Wallfahrt nicht – wie häufig bei anderen Wallfahrtsorten – durch eine Aufsehen erregende Begebenheit, wie etwa ein Wunder, ihren Anfang nahm. Vielmehr entwickelte sich das Pilgerwesen nach Gößweinstein nach und nach und aus kleinen Anfängen, die zeitlich nicht festgelegt werden können. Der erste zuverlässige Beleg über die Wallfahrt stammt von 1599, als der Neubau eines Pfarrhauses „wegen der fast täglich und jährlich disorts habenden Walfartten“ begründet wurde. Zu dieser Zeit beschränkte sich das Einzugsgebiet der Wallfahrt nur auf die nähere Umgebung.

Einen besonderen Aufschwung erfuhr die Wallfahrt, nachdem das Gnadenbild infolge des Bildersturmes vom protestantisch gewordenen Hüll bei Betzenstein in die alte Kirche um 1550 nach Gößweinstein übertragen wurde. Die vermutlich in Bamberg um 1500 aus Holz geschnitzte, aus drei Figuren bestehende Gruppe stellt die Krönung Mariens mit Gott Vater und Gott Sohn dar. Die Gestalt des Heiligen Geistes wird durch eine Taube symbolisiert. Die Präsenz Marias im Gnadenbild ist Hinweis dafür, dass die mittelalterliche Pfarrkirche ein Doppelpatrozinium besaß: 1430 werden Maria und die Hl. Dreifaltigkeit genannt, 1624 wird ausschließlich die Dreifaltigkeit als Weihetitel der Kirche angegeben.

Zwei weitere Gründe einer steigenden Anziehung Gößweinsteins sind zu nennen. Der erfolgreiche Kampf gegen die das christliche Abendland bedrohenden Türken bei den Schlachten von 1523 auf dem Sonnenberg / Österreich und 1579 bei der Seeschlacht von Lepanto wurde dem Beistand der Heiligsten Dreifaltigkeit zugeschrieben, was eine stark zunehmende Dreifaltigkeitsverehrung zur Folge hatte. Weiterhin sind die Notzeiten während und nach dem 30jährigen Krieg zu nennen, in dem die Bevölkerung infolge Gewalt, Krankheiten und Seuchen in starke Mitleidenschaft gezogen wurde. Eine hieraus resultierende Suche nach Gott und eine ausgeprägte „Sehnsucht nach dem Himmel“ mag zu einem weiteren Zuwachs der Wallfahrer geführt haben. Ein weiterer Anziehungspunkt Gößweinsteins war schließlich der Bau eines Klosters 1723, und der damit verbundenen geistlichen Betreuung der Wallfahrer durch die Kapuzinerpatres.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren die Zahl der Wallfahrer und das Einzugsgebiet der Pilger auf weite Teile Frankens und der Oberpfalz angewachsen, sodass eine neue und größere Kirche notwendig und unumgänglich wurde. So entstand nach Plänen und unter Aufsicht des großen fränkischen Barockbaumeisters Balthasar Neuman zwischen 1730 und 1739 die heutige herrliche Wallfahrtskirche.

Text: Georg Schäffner

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