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Geschichte des Bauwerkes

Innenansicht Basilika Gößweinstein

Nach der Ernennung Balthasar Neumanns zum Oberbaudirektor für das gesamte militärische, kirchliche und zivile Baugeschehen im Hochstift Bamberg im Jahre 1729 wurde er  mit der Erstellung eines Planes für die neu zu errichtende Wallfahrtskirche beauftragt. Die Bestrebungen für eine neue Kirche sind allerdings schon älter. Bereits um 1700 wurde von Gößweinsteiner Pfarrern immer wieder die Dringlichkeit eines Kirchenneubaues betont, da das alte Gotteshaus infolge der rapid zunehmenden Wallfahrerzahl zu klein geworden war. So entstanden bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts mehrere Entwürfe bedeutender Architekten wie Johann Dientzenhofer, Maximilian von Welsch und Freiherr von Gruensteyn, die aber aus Kostengründen nicht verwirklicht wurden.

Nun zur Baugeschichte: Am 20. August 1729 wurde der Platz von Balthasar Neumann besichtigt und abgemessen. Am 4. Mai 1730 legte er der geistlichen Regierung in Bamberg seine Pläne vor. Einen Monat später wurde der Grundstein in Anwesenheit des Meisters gelegt. Während die Grundmauern des Neubaus auf die sechs Meter tiefen Fundamente aufgerichtet wurden, blieb die alte Kirche zunächst noch stehen. Man brach sie erst im Sommer 1731 ab. Der Neubau wurde in eigener Regie des Gotteshauses durchgeführt, die künstlerische Leitung lag ausschließlich in den Händen Neumanns. Insgesamt 24 Inspektionsaufenthalte Neumanns in Gößweinstein können nachgewiesen werden. Bei keinem anderen Sakralbau hatte der Baumeister den Baufortgang in dem Maße überwacht, wie dies in Gößweinstein der Fall war.

Nach vierjähriger Bauzeit war der Rohbau fertig gestellt. In den darauf folgenden Jahren ging die Arbeit nur sehr langsam voran, weil das Geld knapp geworden war. Die Einweihung der dem Grundriss des lateinischen Kreuzes entsprechenden neuen Kirche konnte somit erst am 14. Mai 1739 stattfinden. Die Konsekration erfolgte durch Fürstbischof Friedrich Karl unter größtmöglicher Prachtentfaltung, bei der etwa 20 000 Gläubige zugegen waren.

Mit dem Tag der Kirchenweihe aber war die Innenausgestaltung noch lange nicht vollendet. Deren Fertigstellung sollte sich noch bis zum Jahre 1768 hinziehen. Diese innere Ausgestaltung erfolgte unter Leitung von Johann Michael Küchel, seit 1735 Neumanns Mitarbeiter im fürstbischöflichen Bauamt im Hochstift Bamberg. Nach seinen Plänen wurden Altäre, Kanzel und andere Ausstattungsstücke errichtet. Dabei gilt der den gesamten Raum beherrschende Hochaltar als ein besonderes Meisterwerk barocker Altarbaukunst. Die dreigeschossige pyramidenförmige Anlage und die sich aus der Linienführung ergebenden drei über einander geschichteten Dreiecke stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Dreifaltigkeitspatrozinium.

Darüber hinaus begegnet man in der Architektur mehrfach dem Trinitätsmotiv: Die Kirche besitzt drei Türme; die Außenfassade ist in drei Vertikalachsen gegliedert, den beiden Turm- und der Mittelachse; die beiden Türme weise je drei Geschosse auf, beim Anblick der Kirchenrückseite bilden die Turmkreuze ein Dreieck. Ein weiteres Dreieckssymbol bilden Chorraum, rechter und linker Seitenarm, die durch ihre jeweilige Halbkreisform ein Kleeblatt ergeben.

Die Deckenfresken wurden 1928 durch Professor Waldemar Kolmsperger aus München und seinem gleichnamigen Sohn ausgeführt. Die Gemälde lehnen sich in ihrer Formsprache an die Freskomalerei des 18. Jahrhunderts an.

Die Basilika Gößweinstein, die durch ein Brandunglück im Jahre 1746 schwer beschädigt worden war, ist in ihrer Ausführung nach außen und innen zum großen Teil ein Werk Bamberger Kunsthandwerker und somit ein Denkmal fränkischer Sakralkunst.

Im Jahr 1948 wurde der Wallfahrtskirche – unter Vermittlung des Gößweinsteiner Franziskanerpaters Dr. Luchesius Spätling – durch Papst Pius XII. der Ehrentitel „Basilika minor“ verliehen.

Text: Georg Schäffner